Die Verlegung der ersten Stolpersteine in Laer am 21. Oktober 2023 fand noch vor der Gründung unseres Vereinsstatt. Sie war jedoch ein entscheidender Impuls – und kann rückblickend als Geburtsstunde der Idee zur Vereinsgründung verstanden werden.

Initiiert und vorbereitet wurde die Stolpersteinverlegung durch den Bürgermeister der Gemeinde Laer gemeinsam mit einem engagierten Arbeitskreis. Die künstlerische Umsetzung erfolgte durch den Initiator des europaweiten Projekts, Gunter Demnig, der die ersten Stolpersteine innerhalb einer Kommune stets persönlich verlegt. Damit wurde Laer Teil eines internationalen Erinnerungsprojekts, das heute in über 1.200 Kommunen Deutschlands und in mehr als zwanzig europäischen Ländern präsent ist.

Demnigs Leitgedanke – „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ – wurde an diesem Tag in Laer sichtbar und greifbar. Vor dem Haus Pohlstraße 14 wurden neun Stolpersteine in das Trottoir eingelassen. Sie erinnern an jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die im Januar 1941 von Laer aus deportiert wurden:

Marianne und Erich Buchheim, Hildegard, Leonhard und Emilie Heimbach, Hedwig, Walter und Reha Perlstein sowie Antonia Baer.

Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.

Die feierliche Verlegung fand vor dem Hintergrund aktueller weltpolitischer Ereignisse statt und machte auf bedrückende Weise deutlich, wie notwendig eine lebendige Erinnerungskultur auch heute noch ist. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Gedenkveranstaltung teil und setzten damit ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen und gegen jede Form von Antisemitismus.

Im anschließenden Rahmenprogramm im Ratssaal des Rathauses wurde die Erinnerung vertieft:

Eine Lesung mit Texten jüdischer Autorinnen und Autoren, musikalische Beiträge des Chors Vocal Moments sowie die Ausstellung „Dorf 086 / Pohlstr. 14 – Erinnerungen an jüdische Mitbürger“ schufen Raum für Nachdenken, Austausch und persönliche Betroffenheit.

Die große Resonanz, das intensive Miteinander von Bürgerschaft, Verwaltung, Arbeitskreis und Kulturschaffenden sowie das spürbare Bedürfnis nach dauerhaftem Engagement machten deutlich:

Erinnerung braucht Kontinuität.

Aus diesem Geist heraus reifte die Idee, die Arbeit nicht bei einer einzelnen Veranstaltung enden zu lassen, sondern ihr eine feste Struktur zu geben. Die spätere Vereinsgründung knüpft genau hier an. Sie versteht sich als Fortführung dessen, was mit der Stolpersteinverlegung begonnen hat: Verantwortung übernehmen, Geschichte sichtbar machen und Erinnerung dauerhaft im Alltag verankern.

Die Stolpersteine in Laer markieren damit nicht nur Orte des Gedenkens – sie stehen auch für den Beginn eines gemeinsamen Weges.